Lerntherapie für Bilddenker

Viele Kinder und Jugendliche, die Schulprobleme haben, haben einen bildhaften Denkstil:

 

Merkmale von Bilddenkern

Werden einige der folgenden Symptome beobachtet, so deutet dies darauf hin, dass es sich um einen „Bilddenker" handelt.

  • Gestalt und Abfolge von Buchstaben und Ziffern erscheinen verändert oder vertauscht
  • Wörter oder Zeilen werden übersprungen
  • Buchstaben und Ziffern scheinen sich zu bewegen, größer oder kleiner zu werden oder zu verschwinden
  • Geräusche werden wahrgenommen, die gar nicht existieren
  • Was der andere sagt, wird offensichtlich nicht gehört
  • Schwindelgefühl beim Lesen
  • Mangelnder Orientierungssinn in Gebäuden und Straßen sowie in der Natur
  • Schwierigkeit, die Balance zu halten
  • Koordinationsstörungen (Schwierigkeit mit dem geordneten Ablauf der Muskelbewegungen)
  • Schwaches Zeitgefühl, oft verspätet
  • Unfähigkeit, die Uhr zu lesen
  • Exzessives Tagträumen
  • Verliert oft den Faden
  • Schwierigkeit, Dinge in die richtige Reihenfolge zu bringen. (z. B. ABC, Monatsnamen)

 

Besondere Fähigkeiten / Talente:

  • Denken nicht in Worten (verbal), sondern in Bildern (nonverbal), daher ist ihr Denken  um vieles schneller als bei anderen, was aber äußerlich nicht unbedingt erkennbar ist (manche können sogar etwas „verlangsamt“ erscheinen). Zum Beispiel in Geometrie und bei relativ sprachfreien kognitiven Vorgängen, wie Mathematik können erstaunliche Leistungen in Erscheinung treten; außerdem im Bereich der sogenannten praktischen und sozialen Intelligenz.
  • Sehr viel Phantasie und großes Vorstellungsvermögen: sie können geistige Bilder dreidimensional sehen und in der Vorstellung um sie herumgehen.
  • Selbsterzeugte geistige Bilder werden als sehr real erlebt - ähnlich real wie die physische Realität.

 

Daraus ergeben sich auch Schwierigkeiten

  • Werden Zeichen (wie z. B. Buchstaben) gedanklich dreidimensional betrachtet und umkreist, entstehen zahllose Varianten der einzelnen Wörter, was Lesen und Schreiben sehr erschwert.
  • Dadurch entstehen keine klaren Wortengramme, was die Rechtschreibung auch in den Fremdsprachen sehr erschwert.
  • Die Denkweise dieser Kinder führt dazu, dass sie Wörter betrachten wie einen Baum: als Ganzes.
  • Sie raten und phantasieren viel beim Lesen und „springen“ von Wort zu Wort. Wichtig sind jedoch gleichmäßige Augenbewegungen von links nach rechts!

 

Die Therapie

  • Voraussetzung ist, dass andere Faktoren, die den Lernprozess beeinträchtigen     (z. B. mangelnde Hemisphärenintegration ...), davor oder parallel therapiert werden!
  • Die Kinder lernen eine einfache Technik, mit der sie das gedankliche Umkreisen von Buchstaben willentlich abstellen können („Orientierungstraining“)
  • Entsprechend ihrer bildhaften Denkweise werden Buchstaben, Satzzeichen und beispielhaft Wörter dreidimensional angefertigt (Plastilin) und als Bild gelernt („Symbolbeherrschung“).
  • Mit einem Lesetraining wird das gleichmäßige Gleiten der Augen von links nach rechts trainiert, wobei gleichzeitig ein inneres Bild vom Gelesenen entsteht.

 

Wenn Sie noch Fragen haben oder Interesse an einem „-Test“ und der Therapie, so

wenden Sie sich an uns!

 

Hier ein paar Fälle aus der eigenen Praxis

 

Literatur:

Davis, Ronald,D.: „Die unerkannten Lerngenies“, „Legasthenie als Talentsignal“